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Zwei Interviews und Gestaltung eines Literaturkalenders

26. Juni 2026
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Interview mit dem Künstler Marian Kretschmer

Unser Kunstprojekt wird von dem Künstler Marian Kretschmer geleitet. Der 42-Jährige hat uns am ersten Tag des Projekts in einem Interview einige interessante Dinge über seinen Beruf und das Projekt ,,Stefan Heym – Geschichte wird Kunst” erzählt.

Das Interview führten Sophie und Johanna aus Klasse 7b.

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Marian Kretschmer in unserer Projektwoche

Was machen Sie in ihrem Beruf genau?
Ich bin freischaffender Künstler. Mein Schwerpunkt liegt vorwiegend auf den Gebieten der freien Malerei. Also viel Surrealismus und viele psychologische Themen. Dann mache ich Buchillustrationen oder Graphic-Novels oder Illustrationen für Fachbücher. Und ich bin systemischer Kunsttherapeut.
Wie sind Sie dazu gekommen, dieses Projekt an unserer Schule zu leiten?

Vor zehn oder acht Jahren hat mich mal jemand gefragt welche Bücher wir zu Stefan Heym haben. Damals besaß ich einen Buchladen und sagte, ich kenne den gar nicht. Dabei bin ich in Chemnitz geboren. Ich habe gegoogelt und dachte: ‚O mein Gott, du musst den eigentlich kennen, vor allen Dingen, wenn du im Buchladen arbeitest.’ Dann habe ich seine Biografie gelesen und habe begonnen, ein paar Romane von ihm zu lesen. Sein Leben ist unglaublich und er ist hier geboren und auch zur Schule gegangen. Und ich dachte: ‚Hätte ich das als Jugendlicher gewusst, als ich selbst in der Schule war, dass hätte mich total inspiriert und motiviert.’

Das war so die Motivation, ein Graphic-Novel  über das Leben von Stefan Heym zu machen, damit dieses für Schüler verständlich ist, weil die Bücher recht schwer geschrieben sind, wenn man gar keinen Zugang zu längeren Texten hat. Und ich wollte unbedingt, dass man sich ab der 7. Klasse mit Stefan Heym beschäftigen kann. Und deshalb habe ich sein Leben grafisch, als Graphic-Novel, dargestellt. Und dann habe ich gedacht: ,Na gut, das muss aber in die Schulen getragen werden’. Also wollten wir das Stefan-Heym-Projekt mit den Chemnitzer Friedenstagen verbinden, indem wir quasi ein Banner zum Thema Stefan Heym und seinem Leben gestalten. Und das wollten wir aktiv an Schulen machen. Und dann hat sich ja eine Stefan-Heym-Schule hier gegründet und uns so eine perfekte Gelegenheit gegeben, das Projekt umzusetzen.

Bei diesem Projekt, was genau soll hier entstehen?
Hier soll eine Wand entstehen, die komplett allein von den Schülern erdacht ist, mit Bezug zu seiner Biografie. Sowohl die grafische als auch die inhaltliche Komposition ist komplett von den Schülern kreiert. Also, die arbeiten da jetzt schon seit vier Monaten dran und treffen sich alle zwei Wochen, glaube ich. Und das Motiv soll ja etwas über Chemnitz und Aspekte aus dem Leben von Stefan Heym erzählen.
Wie lief die Planung des Projekts bis jetzt so? Oder wie läuft sie momentan? Also, läuft alles nach Plan bis jetzt?
Also, die Frage war ja, wie wir das Motiv an dieser Wand realisieren können. Dann kam von der Bauleitung, dass es ja sehr teuer wird, wenn wir die Wand hier vollkommen neu verputzen. Wir haben uns also überlegt, dass man diese Flächen, an denen der Putz abgebröckelt ist, gestalterisch mit nutzt und nicht glättet. Und dann haben die Schüler sich aller zwei Wochen, später dann jede Woche getroffen und an den Entwürfen gearbeitet. Und am ersten Tag habe ich dann erfahren, dass die Wand nicht grundiert ist. Deswegen hat sich der Plan für den ersten Tag beispielsweise komplett geändert. Wir haben als Erstes alles abgeklebt, Vlies ausgelegt und die Grundierung aufgetragen. Die Herausforderung ist jetzt, dass wir von den groben Entwürfen, welche von historischen Elementen inspiriert sind, Detailfotos aus dem Internet heraussuchen müssen, wie zum Beispiel einen Zug oder ein Gebäude von damals. Jetzt müssen diese Motive Stück für Stück mit Kreide an die Wand skizziert werden und dann müssen die Flächen erst einmal grundiert werden.
Was macht ihr, wenn ihr mit der Skizze fertig seid? Was ist dann der nächste Schritt für die Künstler?

Also, ich persönlich würde sofort mit Farbe skizzieren, aber die Schüler fühlen sich sicherer, wenn wir Kreide haben, weil … die kann man ja wieder wegwischen. Und das Tagesziel für den ersten Tag ist, dass ein paar Flächen schon fertig grundiert sind. Wir haben diese Woche noch drei Tage, die gehen von 8:30 Uhr bis 14:00 Uhr. Und nächste Woche noch zwei Tage, an denen wir von 7:00 Uhr bis 19:00 Uhr arbeiten. Am Montag, da ist ja eigentlich Sporttag, werde ich auch da sein und noch einige Sachen am Motiv zurechtschieben.

Im Prinzip war mein Ansinnen, dass wir ein realistisches Arbeitsverhalten in der Fassadengestaltung simulieren. Also, bei einem normalen Auftrag in der freien Wirtschaft ist es immer so, dass man am Arbeitsort ankommt und irgendetwas nicht klappt. Heute früh war zum Beispiel das Auto vom Hausmeister kaputt und wir konnten keine Farbe holen. Oder dann haben wir gesehen, dass die Wand nicht grundiert ist und mussten noch Grundierung kaufen. Das sind einfach ein paar hundert Euro mehr und auch mehr Zeit, die wir nicht eingeplant haben. Und am Mittwochabend muss das Bild irgendwie fertig sein. Wenn es jetzt aber eine Stunde regnet und die Farbe noch Zeit zum Trocknen braucht, fehlen uns wieder drei Stunden. Am Mittwoch müssen wir dann noch alles aufräumen und für das Wochenende muss auch vieles weggeräumt werden. Wir müssen eigentlich jeden Tag die Sachen wieder reinbringen. Genau wie es auf einer Baustelle auch läuft, ich versuche es so realitätsnah wie möglich zu machen.

Nähere Informationen zum Künstler Marian Kretschmer gibt es hier:
Marian Kretschmer

Interview mit Chiara (einer Schülerin im Projekt)

Das Kunstprojekt, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Mauer neben unserer Schule mit Bildern über das Leben von Stefan Heym zu verschönern, besteht natürlich nicht nur aus dem Leiter des Projekts, sondern auch aus vielen Schülerinnen und Schülern, welche am Motiv arbeiten. Wir haben mit Chiara aus der Klasse 7a gesprochen und ihr einige Fragen zum Projekt gestellt.

Das Interview führen Sophie und Johanna aus Klasse 7b.

Warum hast du dich dazu entschieden, an diesem Projekt teilzunehmen?
Es gibt zwei Gründe.  Zum einen, dass ich gerne male und zum anderen war ich schon bei der Planung dabei. Außerdem kann ich bei dem Projekt auch mal mit Kindern aus anderen Klassen arbeiten, nicht nur mit meinen Mitschülern. Das finde ich spannend.
Was habt ihr bis jetzt denn schon geschafft?
Als Erstes haben wir uns in Gruppen geteilt und uns mit dem Leben von Stefan Heym auseinandergesetzt. Dann haben wir die Wand im Maßstab 1:10 auf ein Blatt Papier gemalt und das Motiv skizziert. Wir haben die Wand in vier Abschnitte unterteilt. Der erste und zweite Abschnitt soll Chemnitz darstellen. Im dritten wird seine Flucht gezeigt, welche durch ein Flugzeug, ein Schiff, und einen Zug dargestellt wird. Der vierte Teil der Mauer zeigt unsere Schule und Stefan Heyms Werke. Außerdem soll sein Tod symbolisch dargestellt werden.
Wie läuft eure Arbeit, geht es gut voran?
Es läuft ziemlich gut. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht so viel Farbe verbrauchen, da sie sehr teuer ist. Aber das Malen an sich funktioniert sehr gut. Wir malen gerade an den Gebäuden von Chemnitz, alle helfen sich gegenseitig, auch deshalb geht es gut voran.
Danke, Chiara. Wir wünschen euch gutes Gelingen und freuen uns auf die interessante Gestaltung unserer Schulmauer.

Ein Literaturkalender entsteht

Esther Bejarano, Nicole Krauss, Etgar Keret – Namen, die vielleicht Rätsel aufgeben. Wer sind diese Menschen? Sie reihen sich ein unter Dichter und Schriftsteller wie Franz Kafka, Stefan Heym, Nelly Sachs oder Mascha Kaléko.

Der Literaturkalender, der in der Projektwoche entsteht und später das Schulhaus unseres Gymnasiums schmücken soll, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schüler und Besucher Leben und Werke dieser Literaten näherzubringen. Jedes Kalenderblatt spiegelt die Eckdaten aus dem Leben der Persönlichkeiten und gibt durch Zitate aus den Werken oder Gedichte einen Eindruck von dem Schaffen wider.

Ab August sind die Kalenderblätter im Schulhaus zu sehen – dann natürlich auch mit Informationen zu wichtigen Tagen des Schuljahres 2026/2027.

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Kalenderblatt zu Mascha Kaléko
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Mehrere Kalenderblätter zu verschiedenen Persönlichkeiten entstehen.

Nähere Informationen zum Leben und Wirken einzelner im Projekt behandelten Persönlichkeiten gibt es hier: