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Von Schabbat, Chanukka und jüdischer Musik

2. Juli 2026
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Von Schabbat, Chanukka und jüdischer Musik

Feste feiern – das klingt nach Musik, Lachen und Beisammensein. Ist das bei allen jüdischen Traditionen so? Das wollten die Teilnehmer des Projekts „Jüdische Feste“ wissen. Wir, Matheo und Vincent, zwei Schüler aus der Klasse 6a, haben die Gruppe eine Woche lang begleitet und viel Überraschendes gelernt.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass Schabbat ein Ruhetag ist. Man darf keinen Sport treiben, man darf nicht essen, nicht trinken, kein Licht machen, keine elektronischen Geräte, also nicht einmal ein Handy, benutzen. „Und was ist, wenn ein Unfall passiert? Wenn man den Notarzt rufen muss, weil zum Beispiel ein Kind einen Fahrradunfall hat?“, wollten wir wissen. „Das sind Ausnahmen, aber man darf den Notarzt nicht rufen. Man muss das Kind in das Krankenhaus bringen, mit dem Auto – und am Ende das Auto dort abstellen, wo man es vorher geparkt hatte.“  Erstaunlich!

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Chanukka

Und gibt es auch Festtage, wo gefeiert wird? Natürlich, auch an Schabbat wird gefeiert. Man trifft sich in der Familie, in der Gemeinde. Lieder spielen eine ganz besondere Rolle – man singt und musiziert zusammen. Es sind melancholische, aber auch temperamentvolle Gesänge, die erklingen. Die jüdische Musik vereint viele Einflüsse: ukrainische, rumänische, türkische. Pop, Rock und Jazz haben die jüdische Musik ebenfalls beeinflusst. Trotzdem hat sie sich ihren eigenen Charakter bewahrt.

Ein weiteres wichtiges Fest ist Chanukka. Zu dem Fest gehört die Menora, auf der Kerzen angezündet werden. Die Zahl der Kerzen und somit der Arme der Menora ist unterschiedlich, von sieben bis neun. Zu essen gibt es traditionelle Speisen. Wichtig ist, dass sich die ganze Gemeinde trifft. Man feiert zusammen mit allen.

Besonders interessant ist, dass die Feste der jüdischen Tradition anders als bei uns nicht auf feste Tage fallen. Sie variieren je nach dem Mond.

Und warum haben unsere Schülerinnen und Schüler dieses Projekt gewählt, wollten wir wissen. Gründe dafür waren die Möglichkeit, mehr über das Judentum zu lernen, in Gruppen zu arbeiten, am Computer zu recherchieren und kreativ zu sein: Podcasts, Geschichten, Animationen sind nur einige Ergebnisse der Woche. Besonders gut angekommen ist das gemeinsame Frühstück, ein Versuch, gemeinsam nach den Regeln der koscheren Küche beisammen zu sein.

Ein Text von Vincent und Matheo aus Klasse 6a

Auf den Spuren jüdischer Geschichte in Chemnitz

Auflösung zu "Testet euer Wissen"

Wusstet ihr die richtige Lösung?

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Das Bild zeigt den Gedenkstein zur Deportation der Chemnitzer Juden und befindet sich auf dem Innenhof der TU Chemnitz in der Straße der Nationen. Von dort aus wurden zu Zeiten des Nationalsozialismus die Chemnitzer Juden deportiert. Der Gedenkstein stammt von dem Künstler Volker Beier, der über sein Werk sagt: "Ich habe den Baumstumpf in Form des Judensterns als Motiv gewählt, weil ich den jüdischen Glauben metaphorisch als einen alten gestandenen Baum darstellen wollte, der durch den Nationalsozialismus zu einem Stumpf gefällt wurde.“ Wer aufmerksam schaut, wird sehen, dass neben dem Gedenkstein ein großer Kastanienbaum steht – ein wirklicher Kontrast zu dem Baumstumpf. Vielleicht auch ein Symbol dafür, dass man nicht aufgeben soll?
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Das Fassadenbild findet ihr in der Glockenstraße. Ihr seid sicher schon daran vorbeigelaufen, habt es vielleicht bewusst oder unbewusst bemerkt – aber wahrscheinlich nicht als Spuren jüdischer Kultur und jüdischen Lebens erkannt. Das Bild zeigt Justin Sonder, einen Holocaust-Überlebenden aus Chemnitz. Schon in seiner Kindheit wurde er mit dem wachsenden Antisemitismus konfrontiert und musste die Pogromnacht 1938 miterleben. 1943 wurde er wegen seiner jüdischen Herkunft festgenommen und in das Judenlager Hellerberg gebracht. Am 3. März wurde er nach Auschwitz überführt. Er überlebte 17 Selektionen. 1945 wurde er nach Gleiwitz auf einen Todesmarsch geschickt. Das Bild soll an ihn erinnern und uns davor warnen, aufmerksam zu sein, dass sich Fehler aus der Geschichte nicht wiederholen.
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Wisst ihr, dass es schon früher in Chemnitz eine Synagoge gab? Sie war Chemnitz erstes jüdisches Gotteshaus, wurde 1899 erbaut und auch eingeweiht. Die Synagoge war so groß, dass 700 Personen drin Platz finden konnten! Leider wurde die Synagoge 1938 in der Pogromnacht zerstört. Die Stele, der auf dem Bild zu sehen ist, erinnert an die Synagoge. Er wurde 1988 aus Anlass des 50. Jahrestages aufgestellt. Auf dem Gedenkstein ist zu lesen: “An dieser Stelle stand die im Jahr 1899 von Rabbiner Dr. Mühlfeld geweihte Synagoge. Durch faschistische Brandstifter wurde sie in der Pogromnacht am 9. November 1938 in Schutt und Asche gelegt.”
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Das ist wirklich ein ungewöhnliches Gebäude. Die Schrift darauf wird euch vielleicht schon verraten haben, dass es um eine Synagoge geht. Ja, seit 2002 hat Chemnitz wieder eine aktive Synagoge. Sie befindet sich in der Stollberger Straße. Sie ist kleiner als die alte Synagoge, welche 1938 zerstört wurde. Seit 2008 hat die jüdische Gemeinde in Chemnitz sogar wieder eine Torarolle, also ein hebräische Bibel.