
Interview mit dem Künstler Marian Kretschmer
Unser Kunstprojekt wird von dem Künstler Marian Kretschmer geleitet. Der 42-Jährige hat uns am ersten Tag des Projekts in einem Interview einige interessante Dinge über seinen Beruf und das Projekt ,,Stefan Heym – Geschichte wird Kunst” erzählt.
Das Interview führten Sophie und Johanna aus Klasse 7b.

Marian Kretschmer in unserer Projektwoche
Vor zehn oder acht Jahren hat mich mal jemand gefragt welche Bücher wir zu Stefan Heym haben. Damals besaß ich einen Buchladen und sagte, ich kenne den gar nicht. Dabei bin ich in Chemnitz geboren. Ich habe gegoogelt und dachte: ‚O mein Gott, du musst den eigentlich kennen, vor allen Dingen, wenn du im Buchladen arbeitest.’ Dann habe ich seine Biografie gelesen und habe begonnen, ein paar Romane von ihm zu lesen. Sein Leben ist unglaublich und er ist hier geboren und auch zur Schule gegangen. Und ich dachte: ‚Hätte ich das als Jugendlicher gewusst, als ich selbst in der Schule war, dass hätte mich total inspiriert und motiviert.’
Das war so die Motivation, ein Graphic-Novel über das Leben von Stefan Heym zu machen, damit dieses für Schüler verständlich ist, weil die Bücher recht schwer geschrieben sind, wenn man gar keinen Zugang zu längeren Texten hat. Und ich wollte unbedingt, dass man sich ab der 7. Klasse mit Stefan Heym beschäftigen kann. Und deshalb habe ich sein Leben grafisch, als Graphic-Novel, dargestellt. Und dann habe ich gedacht: ,Na gut, das muss aber in die Schulen getragen werden’. Also wollten wir das Stefan-Heym-Projekt mit den Chemnitzer Friedenstagen verbinden, indem wir quasi ein Banner zum Thema Stefan Heym und seinem Leben gestalten. Und das wollten wir aktiv an Schulen machen. Und dann hat sich ja eine Stefan-Heym-Schule hier gegründet und uns so eine perfekte Gelegenheit gegeben, das Projekt umzusetzen.
Also, ich persönlich würde sofort mit Farbe skizzieren, aber die Schüler fühlen sich sicherer, wenn wir Kreide haben, weil … die kann man ja wieder wegwischen. Und das Tagesziel für den ersten Tag ist, dass ein paar Flächen schon fertig grundiert sind. Wir haben diese Woche noch drei Tage, die gehen von 8:30 Uhr bis 14:00 Uhr. Und nächste Woche noch zwei Tage, an denen wir von 7:00 Uhr bis 19:00 Uhr arbeiten. Am Montag, da ist ja eigentlich Sporttag, werde ich auch da sein und noch einige Sachen am Motiv zurechtschieben.
Im Prinzip war mein Ansinnen, dass wir ein realistisches Arbeitsverhalten in der Fassadengestaltung simulieren. Also, bei einem normalen Auftrag in der freien Wirtschaft ist es immer so, dass man am Arbeitsort ankommt und irgendetwas nicht klappt. Heute früh war zum Beispiel das Auto vom Hausmeister kaputt und wir konnten keine Farbe holen. Oder dann haben wir gesehen, dass die Wand nicht grundiert ist und mussten noch Grundierung kaufen. Das sind einfach ein paar hundert Euro mehr und auch mehr Zeit, die wir nicht eingeplant haben. Und am Mittwochabend muss das Bild irgendwie fertig sein. Wenn es jetzt aber eine Stunde regnet und die Farbe noch Zeit zum Trocknen braucht, fehlen uns wieder drei Stunden. Am Mittwoch müssen wir dann noch alles aufräumen und für das Wochenende muss auch vieles weggeräumt werden. Wir müssen eigentlich jeden Tag die Sachen wieder reinbringen. Genau wie es auf einer Baustelle auch läuft, ich versuche es so realitätsnah wie möglich zu machen.
Nähere Informationen zum Künstler Marian Kretschmer gibt es hier:
Marian Kretschmer
Interview mit Chiara (einer Schülerin im Projekt)
Das Kunstprojekt, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Mauer neben unserer Schule mit Bildern über das Leben von Stefan Heym zu verschönern, besteht natürlich nicht nur aus dem Leiter des Projekts, sondern auch aus vielen Schülerinnen und Schülern, welche am Motiv arbeiten. Wir haben mit Chiara aus der Klasse 7a gesprochen und ihr einige Fragen zum Projekt gestellt.
Das Interview führen Sophie und Johanna aus Klasse 7b.
Ein Literaturkalender entsteht
Esther Bejarano, Nicole Krauss, Etgar Keret – Namen, die vielleicht Rätsel aufgeben. Wer sind diese Menschen? Sie reihen sich ein unter Dichter und Schriftsteller wie Franz Kafka, Stefan Heym, Nelly Sachs oder Mascha Kaléko.
Der Literaturkalender, der in der Projektwoche entsteht und später das Schulhaus unseres Gymnasiums schmücken soll, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schüler und Besucher Leben und Werke dieser Literaten näherzubringen. Jedes Kalenderblatt spiegelt die Eckdaten aus dem Leben der Persönlichkeiten und gibt durch Zitate aus den Werken oder Gedichte einen Eindruck von dem Schaffen wider.
Ab August sind die Kalenderblätter im Schulhaus zu sehen – dann natürlich auch mit Informationen zu wichtigen Tagen des Schuljahres 2026/2027.


Nähere Informationen zum Leben und Wirken einzelner im Projekt behandelten Persönlichkeiten gibt es hier:
- Mascha Kaléko
- Henriette Kretz
- Esther Bejarano (Link zu Interview in der ARD Mediathek)
- Etgar Keret
- Nicole Krauss