
Zu Besuch im Stefan-Heym-Forum – Eine Reise in die Vergangenheit
Ein Text von Fabienne und Elaine aus Klasse 6a
Stellt euch vor, ihr öffnet eine Tür und seid plötzlich mitten im Leben eines berühmten Schriftstellers, Dissidenten und Politikers. Genau dieses Gefühl entstand bei unserem Besuch im Stefan-Heym-Forum.
Moment! Stefan Heym war nicht nur Schriftsteller? Was bedeutet Dissident? Wie war er als Politiker? Und wer war eigentlich Stefan Heym? Wir hatten viele Fragen, aber bislang keine Antworten.
Die ersten Antworten bekamen wir durch einen sehr spannenden Film über das Leben von Stefan Heym. Wir erfuhren, dass Stefan Heym eigentlich Helmut Flieg hieß und dass er sich den Namen Stefan Heym selbst gegeben hat, als er 1933 in der damaligen Tschechoslowakei Zuflucht vor dem Naziregime in Deutschland suchte. Wusstet ihr, dass er aktiv im Zweiten Weltkrieg auf der Seite der USA kämpfte? Trotzdem wurde er später gezwungen, Amerika zu verlassen. Warum? Wegen seiner politischen Überzeugung. Er war überzeugter Sozialist, sah aber die Politik der DDR kritisch und trat offen dagegen auf. Aha, deshalb Dissident. Ein spannendes Leben, das vieler Seiten bedarf, um es ausführlich darzustellen. …



Für uns wurde es noch aufregender, als wir sein ehemaliges Büro betreten durften. Wir waren sofort begeistert, weil uns klar wurde, dass dort persönliche Dinge von Stefan Heym sind. Dinge, die er täglich benutzt hat. Der Schreibtisch, die Arbeitsmaterialien und sogar sein alter, großer Drucker stehen noch dort. Zeugen, seines Lebens. Es sah fast so aus, als hätte Stefan Heym den Raum nur für einen kurzen Moment verlassen. Man konnte sich vorstellen, wie er hier saß, nachdachte und an seinen Büchern arbeitete.
Das Stefan-Heym-Forum ist ein Ort voller Erinnerungen. Es wirkt nicht wie ein Museum, es ruft den Eindruck eines lebendigen Arbeitsplatzes des Schriftstellers hervor, vielleicht auch dank der Spenden von Stefan Heyms Frau, Inge Heym: Sie übergab dem Stefan-Heym-Forum viele persönliche Gegenstände, die einen Besuch des Forums lebendig machen – einen Besuch, der unter die Haut geht.

Gedanken zu Stefan Heym
Stefan Heym – die Kraft der Worte
Ich aber ging über die Grenze.
Über die Berge, da noch der Schnee lag,
auf den die Sonne brannte durch die dünne Luft.
Und der Schnee drang ein in meine Schuhe.
Nichts nahm ich mit mir
als meinen Hass.
Den pflege ich nun.
Täglich begieße ich ihn
Mit kleinen Zeitungsnotizen
von kleinen Morden,
nebensächlichen Misshandlungen
und harmlosen Quälereien.
So bin ich nun einmal.
Und ich vergesse nicht.
Und ich komme wieder
über die Berge, ob Schnee liegt,
oder das Grün des Frühlings die Höhen bedeckt,
oder das Gelb des Sommers, oder das dunkle Grau
des Herbstes, der den Winter erwartet.
Dann steh ich im Lande, das sich befreien will,
mit einer Stirn, die zu Eis geworden
in den Jahren, da ich wartete.
Dann sind meine Augen hart, meine Stirn zerfurcht,
aber mein Wort ist noch da, die Kraft meiner Sprache
und meine Hand, die des Revolvers
eiserner Mündung zu führen versteht.
Über die Straßen geh ich der Heimatstadt,
über die Felder, die mir verloren gingen,
auf und ab, auf und ab.
Aus: "Verse der Emigration"


In der Projektwoche geht es nicht nur um die jüdische Kultur, sondern auch um eine jüdische Persönlichkeit: Stefan Heym, nach dem unsere Schule benannt wurde.
Obwohl er der Namensgeber unserer Schule ist, wissen überraschend wenige, wer Stefan Heym war. Doch das soll sich schon bald ändern...
Wie vermittelt man am effektivsten Wissen? - Richtig, durch Plakate, welche in der Schule ausgestellt werden. Genau das hat sich die Projektgruppe „Stefan Heym” zur Aufgabe gemacht, eine Dauerausstellung zu Stefan Heym in unserer Schule. Das setzt voraus, dass man viel über den Chemnitzer Schriftsteller weiß. Also müssen auch die Teilnehmer des Projekts erst einmal recherchieren, um Stefan Heym kennenzulernen. Die Informationen zu seinen Lebensstationen, seinen Werken, seiner politischen Meinung werden in künstlerische Collagen verwandelt.
‚Was ist denn das Wichtigste, was die Teilnehmer bisher mitgenommen haben‘, wollen wir wissen. Die Antworten auf diese Frage zeigen vor allem, dass es kein leichtes Thema ist, womit sich die Schülerinnen und Schüler beschäftigen: „Viele Mitglieder seiner Familie kamen in Vernichtungslagern ums Leben”, verrät uns Samia. Auch Azizas Antwort ist traurig: „Sein Vater beging Selbstmord.” Erfahrungen, welche Stefan Heym prägten und ihn in seinem Schaffen stark beeinflussten.
Um mehr über Stefan Heyms Leben zu erfahren, arbeitet die Gruppe mit Gedichten von Stefan Heym und setzt diese bildnerisch um. Die meisten seiner Gedichte handeln von Freiheit, Krieg und sollen auf Unrecht hinweisen. Eine der größten Ungerechtigkeiten, die Stefan Heym selbst erfahren hatte, war die Verfolgung der Juden...
Wer mehr über Stefan Heym und sein Leben erfahren will, kann gern in unsere Schule kommen und die Ausstellung besuchen.
Ein Text von Johanna und Sophie aus der Klasse 7b und Carlotta aus der Klasse 5b
Ein Tag im Restaurant „Schalom“
Ein Text von Fabienne und Elaine aus Klasse 6a
Schalom bedeutet Frieden und Wohlergehen. Wie sieht wohl ein Restaurant aus, welches diese Werte in seinem Namen hat? Das durften wir heute bei einem Besuch im Restaurant erfahren.
Natürlich waren wir neugierig auf den Besuch. Und natürlich waren wir hinterher schlauer. Wir haben viel über den Besitzer erfahren:, z.B. wie er auf die Idee kam, ein jüdisches Restaurant in Chemnitz zu eröffnen. Und über den Restaurantbetrieb: Wie gekocht wird.

Logo des Restaurants
Wusstet ihr, dass das Essen nach jüdischer Tradition „koscher“ sein muss? Also „sauber“? Das bedeutet, dass es strenge Regeln gibt, wie Fleisch zubereitet werden darf. Und dass es auch „unsauberes“ Fleisch gibt. Wer von uns hat schon einmal daran gedacht, dass etwas für den Genuss verboten ist? Für die jüdische Küche sind es zum Beispiel Schweinefleisch und Wild. Und auch manche Tiere aus dem Wasser. Warum? Es kommt darauf an; wie das Tier lebt, ob es nach alten Ritualen geschlachtet wird; ob man weiß, woher es seine Nahrung bekommt; ob es Schuppen hat. Viele Regeln, von denen wir verwirrt waren. Wie oft essen wir etwas, ohne daran zu denken, woher unsere Nahrungsmittel kommen?
Wer einmal das Restaurant besucht, wird auf den Stühlen Namen sehen. Das sind die Namen von Menschen, die dem Besitzer wichtig sind, haben wir erfahren. Zum Beispiel Freunde aus der Studienzeit.
Schließlich konnten wir noch Fragen stellen und haben viele neue Informationen über das Restaurant und seine Geschichte erfahren. Der Besuch war spannend und hat uns einen guten Einblick in die Arbeit und den Alltag im Restaurant gegeben.
Wusstet ihr, dass das Essen nach jüdischer Tradition „koscher“ sein muss? Also „sauber“? Das bedeutet, dass es strenge Regeln gibt, wie Fleisch zubereitet werden darf. Und dass es auch „unsauberes“ Fleisch gibt. Wer von uns hat schon einmal daran gedacht, dass etwas für den Genuss verboten ist? Für die jüdische Küche sind es zum Beispiel Schweinefleisch und Wild. Und auch manche Tiere aus dem Wasser. Warum? Es kommt darauf an; wie das Tier lebt, ob es nach alten Ritualen geschlachtet wird; ob man weiß, woher es seine Nahrung bekommt; ob es Schuppen hat. Viele Regeln, von denen wir verwirrt waren. Wie oft essen wir etwas, ohne daran zu denken, woher unsere Nahrungsmittel kommen?
Wer einmal das Restaurant besucht, wird auf den Stühlen Namen sehen. Das sind die Namen von Menschen, die dem Besitzer wichtig sind, haben wir erfahren. Zum Beispiel Freunde aus der Studienzeit.
Schließlich konnten wir noch Fragen stellen und haben viele neue Informationen über das Restaurant und seine Geschichte erfahren. Der Besuch war spannend und hat uns einen guten Einblick in die Arbeit und den Alltag im Restaurant gegeben.
Wer gern selbst mal im Schalom speisen will: Hier ist der Link zur Website des Restaurants: